Und täglich grüßt das Murmeltier

Wort zum Tage
Und täglich grüßt das Murmeltier
29.02.2020 - 06:20
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Das heutige Datum, den 29. Februar, gibt es nur alle vier Jahre. Ganz schön exklusiv, dieser Tag. Mich erinnert das an einen Film, da dauert es allerdings nicht vier Jahre, bis sich der bewusste Tag wiederholt, da wiederholt sich der gleiche Tag immer und immer wieder, unzählige Male, allerdings nicht nur vom Datum her.

Immer wieder ereignen sich die gleichen Situationen. Für alle Beteiligten scheinbar zum ersten Mal, nur für den Protagonisten ist es ein ständiges Déjà-vu. „...und täglich grüßt das Murmeltier“, so der Film mit Bill Murray in der Hauptrolle. Er spielt den Reporter Phil Connors, der in ein Provinznest in Pennsylvania delegiert wird, um vom „Murmeltiertag“ zu berichten. Das Verhalten eines Murmeltiers am 2. Februar gibt darüber Auskunft, wie der weitere Winter verläuft. Phil empfindet diesen TV-Einsatz als erniedrigend und will nichts wie weg.

Als man endlich die Rückfahrt antreten könnte, verhindert ein Schneesturm den Aufbruch und so gilt es, noch eine weitere Nacht in diesem ungeliebten Ort auszuharren. Doch zum Erstaunen von Phil beginnt der neue Tag genau wie der vorangegangene und nach mehreren Wiederholungen muss er realisieren, dass er sich in einer Zeitschleife befindet, der nicht zu entkommen ist. Selbst der provozierte Tod rettet ihn nicht davor, am nächsten Morgen wieder von der gleichen Radiomusik geweckt zu werden wie am Tag zuvor.

Und so erlebt der Zuschauer ein Experiment, bei dem ihm gezeigt wird, wie ein Mensch seine Lebenszeit zu füllen vermag. Phil versucht es mit Genuss, Sex, Abenteuer und wird all dieser vermeintlich reizvollen Sehnsüchte doch bald überdrüssig. Er lernt Klavier zu spielen; und daran, wie er immer perfekter wird, ahnt der Zuschauer welche Zeit inzwischen verstrichen sein muss.

Phil wird immer verzweifelter und findet keinen Weg, dieser Zeitschleife zu entkommen. Erst als er mit all diesen Experimenten aufhört und sich ganz und gar auf diesen einen Tag einlässt und dabei der Liebe zu seiner altvertrauten Aufnahmeleiterin Raum gibt, ohne damit auf ein oberflächliches Abenteuer abzuzielen, wird er aus diesem Rad des ewig Gleichen befreit. Er wacht auf und vor ihm liegt ein neuer Tag.

Der Apostel Paulus hat eine ähnliche Entdeckung gemacht: „Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und meinen Leib dahingäbe und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.“

 

Es gilt das gesprochene Wort.