Nachdenklich, fürsorglich, mutig

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Eins konnte er immer: sich neu erfinden. Heute wird der Sänger und Schauspieler Marius Müller-Westernhagen siebzig Jahre alt, am Nikolaustag. Ein Meister der Neuerfindung. In Düsseldorf geboren, Sohn eines Schauspielers. Der Junge kommt schon mit vierzehn ins Fernsehen, spielt in einer Band und kommt als Schauspieler groß raus. Aber dann erfindet er sich neu: als Sänger mit unverwechselbarer Stimme. Und einem Zufallserfolg, mit dem Lied „Freiheit“, das beim Fall der Mauer wie eine Hymne gesungen wird: „Freiheit ist das einzige, was zählt“.

 

Vor allem innere Freiheit. Außen ist man oft abhängig von diesem und jenem: vom Geld, vom Chef, von denen, die mich brauchen. Da gibt es nicht viel zu erfinden. Man hat da zu sein, wo man gebraucht wird oder sein muss, um sein Geld zu verdienen. Man hat viele Regeln einzuhalten, was einen eher unfrei macht. Man kann nicht einfach, wie man will. Innen aber ist Freiheit, wenn man sie will. Freiheit ist, nichts wollen zu müssen. Nicht immer nur die eingetretenen Pfade zu laufen; nicht machen, was alle machen; nicht reden, wie alle reden. Dafür nachdenken und suchen. Ich kann anders sein, auch wenn es mühsam ist. Etwas Altes lassen; Neues wagen. Und mich manchmal sogar neu erfinden.        

 

Ich muss nie bleiben, der ich bin. Es gibt Momente, da fühlt man: So sollte es nicht weitergehen. Immer stoße ich an Grenzen; auch bei mir selbst; oft werde ich unleidlich oder unwirsch. Jetzt nicht darüber hinweggehen, nicht mutlos werden. Freiheit ist, nichts wollen zu müssen. Ich kann anders werden. Ich kann mich sogar neu erfinden, manchmal. Das ist nicht leicht. Aber es geht. Schritt für Schritt. Nichts muss bleiben, nur weil es da ist. Ich muss nichts festhalten, nur weil es bequem ist. Das Neue wird auch mal bequem, bestimmt. Es gibt eine Freiheit des Geistes, die mächtiger ist, als ich denke. Sie zählt. Sie trägt mich, mit aller Furcht. Sie sagt: Wage es, anders zu sein. Wage andere Gedanken und Wege, auch wenn du scheiterst. Du wirst wieder aufstehen, den Kopf oben tragen. Doch, das wirst du. Weil Gott dich so will: nachdenklich, fürsorglich, mutig. Und was Gott will, gelingt ihm auch mit dir.

 

Es gilt das gesprochene Wort.

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