Das könnte den Herren der Welt ja so passen

Ein anderes Osterlied
Sonnenaufgang

Gemeinfrei via unsplash.com (Alexandre Godreau)

Über die Sendung:

Mit seiner Melodie für „ein anderes Osterlied“ knüpft Peter Janssens (1934-1998) an den wohl ältesten Osterchoral „Christ ist erstanden“ an. Er nimmt einen Text des Schweizer Pfarrers und Schriftstellers Kurt Marti (1921-2017) auf: „Das könnte manchen Herren so passen“ (1969). Die Sendung erinnert an den im Februar 2017 im Alter von 96 Jahren verstorbenen politischen Theologen und Vordenker einer „Theopoesie“.

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Sendung nachlesen:

Heute um Mitternacht haben wir es wieder gesungen, in der Osternacht unserer Gemeinde mitten im Ruhrgebiet,

„Das könnte den Herren der Welt ja so passen,

wenn erst nach dem Tode Gerechtigkeit käme“. (1)

Der Titel lautet: „Ein anderes Osterlied“.

 

Dieses Lied begleitet mich seit Jahrzehnten, seit dem Ende meines Theologiestudiums Anfang der siebziger Jahre – sozusagen ein persönlicher cantus firmus, wie der Refrain eines Liedes, der sich an unterschiedlichen Lebensstationen, in unterschiedlichen Lebenssituationen immer wieder neu in Erinnerung bringt, etwas auslöst und in Bewegung setzt.

Das ist für mich Ostern, Auferstehung, ein Ruf zum „Aufstand gegen die Herren, die mit dem Tod uns regieren“.

 

Die Jazzsängerin Inge Brandenburg interpretiert das Lied so:

 

1. Das könnte den Herren der Welt ja so passen,

wenn erst nach dem Tode Gerechtigkeit käme,

erst dann die Herrschaft der Herren,

erst dann die Knechtschaft der Knechte

vergessen wäre für immer,

vergessen wäre für immer.

 

2. Das könnte den Herren der Welt ja so passen,

wenn hier auf der Erde stets alles so bliebe,

wenn hier die Herrschaft der Herren,

wenn hier die Knechtschaft der Knechte

so weiterginge wie immer,

so weiterginge wie immer.

 

3. Doch ist der Befreier vom Tod auferstanden,

ist schon auferstanden und ruft uns nun alle

zur Auferstehung auf Erden,

zum Aufstand gegen die Herren,

die mit dem Tod uns regieren,

die mit dem Tod uns regieren.

 

Den Text dieses Liedes hat der Schweizer Pfarrer und Schriftsteller Kurt Marti 1970 geschrieben. Er ist vor einem Jahr, im Februar 2017, im Alter von 96 Jahren gestorben.

Die Melodie zu dem österlichen Protestlied hat Peter Janssens komponiert, der schon vor 20 Jahren verstorbene „Nestor“ der „neuen geistlichen Lieder“. Seine Melodie nimmt überraschend den wohl ältesten und jedenfalls bekanntesten Osterchoral auf: „Christ ist erstanden“.

 

Und das „andere Osterlied“, wie Janssens es nennt, wird noch 1970 zu einem besonderen Akzent. Das Thema „Wir können nicht schweigen“ gestaltet er in einer gottesdienstlichen Inszenierung für ein Treffen der Christlichen Arbeiterjugend.

 

Junge Leute sollen in der Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben lernen, dass sie Konflikten am Arbeitsplatz, in der Familie und in der Kirche nicht aus dem Weg gehen oder sie verleugnen müssen, sondern wie sie sich mit dem Blick auf den Menschensohn, auf Christus, geistesgegenwärtig einbringen und einmischen können.

 

Ein Jahr später, 1971, findet in Augsburg das Ökumenische Pfingsttreffen statt – mit vielen großen Hoffnungen verbunden. Doch das Treffen endet im Dissens mit den Mächtigen, zwischen der katholischen „Kirche da oben“ und den Basisgruppen einer ökumenischen „Kirche von unten“. Der daraus erwachsene Widerstand führt dann aber zu einem neuen Aufbruch der Kirchentagsbewegung in Düsseldorf 1973.

 

Seitdem haben viele dieses christliche „Arbeiterlied“ immer wieder auf Kirchentagen gesungen – etwa in Erinnerung an Dietrich Bonhoeffer oder Martin Luther King; oder sie haben es bei Friedens- und Ostermärschen angestimmt – und auch in vielen Osternächten.

 

Heute, nach rund 50 Jahren, atmet dieses Osterlied noch immer etwas von jenem „Geist“ des Aufbruchs, der Erneuerung, der offensichtlich immer wieder angesagt ist, wenn es darum geht, dem Tod und allen, „die mit dem Tod uns regieren“, frech und mutig ins Gesicht zu singen.

 

Und da ist und war Anlass und Gelegenheit zum Widerstand genug – bis heute:

Aufstand der Studierenden gegen verkrustete Verhältnisse und die Giftgasstrategie des Vietnamkriegs, Politisches Nachtgebet in Köln mit Dorothee Sölle und Fulbert Steffensky in Köln, Attentat auf Martin Luther King am 4. April 1968 und Einsatz für Menschenrechte, weltweiter Protest gegen die atomare Aufrüstung 1981 usw. usw. Eine nicht enden wollende Kette von Herren, die mit dem Tod regieren, sie fordert immer wieder neu heraus. Und das habe ich erlebt und geteilt.

 

In dieser Zeit ist einfach klar: „Andere Lieder wollen wir singen“.

Und dann dieses Lied, das die alte Osterbotschaft neu ins Spiel bringt.

 

Auf dem Kirchentag in Frankfurt am Main 1987 zum Beispiel gestaltet eine Theatergruppe aus Manila die Ostergeschichte rund um Maria Magdalena in Auseinandersetzung mit den eigenen mythologischen und religiösen Traditionen der indigenen Bevölkerung.

Das Ganze soll einen hoffnungsvollen Aufbruch zeigen gegen die damals auf den Philippinen herrschende Unterdrückung durch die Marcos-Diktatur.

Und viele Menschen singen biblisch angerührt und begeistert die englische Fassung des Liedes mit, die Kurt Marti autorisiert hat. Sie beginnt mit der Zeile: „There is nothing the lords of this world would like better” (2). Und das steigert sich noch, als wir zum Abschluss des Tages den alten Choral „Christ ist erstanden“ singen und gleichzeitig das neue andere Osterlied: „Das könnte den Herren der Welt ja so passen“.

Peter Janssens hat das so kompositorisch angelegt und angeregt.

 

 

Hinter dem „anderen Osterlied“, das Kurt Marti in ein singbares Versmaß gesetzt hat,

steht dessen eigenes bemerkenswertes Gedicht: „Das könnte manchen Herren so passen“ (3).

 

Piet Janssens hat dieses Gedicht in den „Leichenreden“ entdeckt, einem schmalen Band mit Texten von Kurt Marti, fast ganz am Schluss, es ist der vorletzte Text. Diese „Leichenreden“ hat Kurt Marti, damals Pfarrer in Bern, 1969 veröffentlicht. Das Buch wird sein Durchbruch als Schriftsteller, sein auflagenstärkstes Werk – mit Neuauflagen bis heute.

 

Der Dichter Kurt Marti setzt sich darin – befreit von kirchlichen Konventionen – mit einer Praxis von Bestattungspredigten auseinander, die den Tod in seiner Schweizer Heimat vorab immer so apostrophiert: „Gott hat es gefallen“. Gegen diese „lügengeplagte Sprache“ setzt er „Klartext – Tod, das gibt es.“ So formuliert es später sein Weggefährte, der Schriftsteller Peter Bichsel. (4)

 

Marti legt in den „Leichenreden“ facettenreich seinen Widerspruch ein. So formuliert er angesichts eines Verkehrstoten den folgenden Text (5), den er mit einem Zitat von Christoph Blumhardt einleitet: „Wir sind Protestleute gegen den Tod.“

 

dem herrn unserem gott

hat es ganz und gar nicht gefallen

daß gustav e. lips

durch einen verkehrsunfall starb

 

erstens war er zu jung

zweitens seiner frau ein zärtlicher mann

drittens zwei kindern ein lustiger vater

viertens den freunden ein guter freund

fünftens erfüllt von vielen ideen

 

was soll jetzt ohne ihn werden?

was ist seine frau ohne ihn?

wer spielt mit den kindern?

wer ersetzt einen freund?

wer hat die neuen ideen?

 

dem herrn unserem gott

hat es ganz und gar nicht gefallen,

daß einige von euch dachten

es habe ihm solches gefallen

 

im namen dessen der tote erweckte

im namen des toten der auferstand:

wir protestieren gegen den tod von gustav e. lips

 

 

Mit den Leichenreden formuliert Kurt Marti seinen umfassenden Protest gegen den Tod in all seinen Gestalten – bis hin zu diesem Text, der dem „anderen Osterlied“ als Vorlage dient: „Das könnte manchen Herren so passen“.

        

das könnte manchen herren so passen

wenn mit dem tode alles beglichen

die herrschaft der herren

die knechtschaft der knechte

bestätigt wäre für immer

 

das könnte manchen herren so passen

wenn sie in ewigkeit

herren blieben im teuren privatgrab

und ihre knechte

knechte in billigen reihengräbern

 

aber es kommt eine auferstehung

die anders ganz anders wird als wir dachten

es kommt eine auferstehung die ist

der aufstand gottes gegen die herren

und gegen den herrn aller herren: den tod       

 

 

Mit diesem Text erinnert Kurt Marti nicht nur Christenmenschen daran, dem Tod gradlinig und ehrlich entgegenzutreten. Zugleich will er davor bewahren, die befreiende Kraft der „anderen“ Osterbotschaft für das ganze Leben zu verdrängen und zu verschweigen, sondern er plädiert dafür, sie mit Ernst in das Leben hier und jetzt zu integrieren.

 

Diese, wie Marti es selbst formuliert hat, „Erinnerung an eine wirklich gehaltene Leichenrede“,

höre ich immer wieder als ausgesprochene Osterpredigt, als ermutigendes Osterlied. Es sind Worte und Musik für einen Gottesdienst im Alltag, um Menschen aus Angst und Verzweiflung herauszuführen.

 

Die biblische Tradition steht dafür: der Regenbogen nach der Sintflut, die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten, die Begegnung von Menschen mit dem Menschensohn, mit dem Auferstandenen…

 

Diesem „Aufstand Gottes gegen die Herren“ will ich nachspüren, in diesen cantus firmus will ich einstimmen, aufstehen und mich – verwandelt – auf den Osterweg machen. Ja, „die Liebe geht zu Fuß“; so ist die jüngste Auswahl seiner 2018 erschienenen Gedichte posthum überschrieben.

 

 

„Die Liebe geht zu Fuß“, das ist mehr als ein Osterspaziergang, auf den Kurt Marti da hofft, da geht es – um im Bild zu bleiben – um einen „Ostermarsch der Ohnmächtigen“, die sich endlich ihrer Würde und ihrer Macht bewusst werden und die Machtverhältnisse auf den Kopf stellen.

 

Das hat der Dichter schon zehn Jahre zuvor, 1959, in einem seiner „republikanischen gedichte“ paradox und visionär angedeutet, Titel „Machtverhältnis“ (6):

 

die ohne macht
machen
die mächtigen

 

was
machten
die mächtigen
machten
die ohne macht
nicht
was die mächtigen
machen?

 

mächtiger sind
als die mächtigen
die ohne macht

 

 

Später dann, 1971 – ein Jahr nach dem „anderen Osterlied“ – lässt er die letzten Zeilen dieses Textes mit einem Seufzer enden, der Nachfolge und Solidarität beschwört und ersehnt (7):

 

was
machten
mächtige
machten
die ohne macht
nicht mehr mit
was die mächtigen
machen?

 

mächtiger
als die mächtigen
wären
ach wären
die ohne macht

 

 

Peter Janssens und Kurt Marti, zwei Zeitgenossen, verbünden sich in ihren beiden Texten, dem Ostergedicht und dem Osterlied,sie suchen das Denken und Reden von „Auferstehung“ neu zu entdecken, neu unter den Menschen ins Gespräch zu bringen, verfremdend und verstörend, aufrüttelnd und anstiftend.

 

Das will nicht jedermann so hören oder gar so mitsingen - und so ist dieses andere Osterlied auch nur in wenigen Gesangbüchern vertreten, etwa in Hessen oder in der Schweiz, lange Zeit, bis Anfang dieses Jahrtausends immer wieder in den Liederheften der Kirchentage.

 

Mit diesem Lied zeigen beide, der Musiker und der Theologe, eine Haltung, die angesichts der Erfahrung von Tod – von Gestalten des Todes mitten im Leben – nicht mehr vertrösten oder vertröstet werden will, etwa durch den immer wieder eingehämmerten Gedanken einer ausgleichenden Gerechtigkeit durch den Tod im Jenseits.

 

Sie wollen – wie gesagt – Klartext reden. Durch die Botschaft von der „Auferstehung“ hellhörig geworden, wollen sie Aufmerksamkeit entwickeln für die Welt hier und jetzt, darin besonders auch für die Kirche „ganz unten“, da wo sie Jesus auf der Spur ist. Sie fragen neu nach „Auferstehung auf Erden“ und geben keine vorschnellen Antworten; sondern sie halten fest: erst einmal sind die gefragt, die hören können.

 

Kurt Marti hat das in einer anderen „Leichenrede“ auf den Punkt gebracht, Titel „Ihr fragt nach der Auferstehung der Toten“: (8)

 

ihr fragt

wie ist

die auferstehung der toten?

                    ich weiß es nicht

 

ihr fragt

wann ist

die auferstehung der toten?

                    ich weiß es nicht

 

ihr fragt

gibts

eine auferstehung der toten?

                    ich weiß es nicht

 

ihr fragt

gibts

keine auferstehung der toten?

                    ich weiß es nicht

 

ich weiß

nur

wonach ihr nicht fragt:

 die auferstehung derer die leben

 

ich weiß

nur

wozu Er uns ruft:

 zur auferstehung heute und jetzt

 

 

Wer den Ruf „zur Auferstehung heute und jetzt“ hört, wer für die Welt „ganz unten“ aufmerksam einsteht, wer für die Menschen aufsteht und für die ganze „Mitwelt“, wie es Kurt Marti am liebsten ausgedrückt hat, der vergewissert sich zu Ostern und über Ostern hinaus: Leben, das wahrhaftige, ewige Leben beginnt hier und jetzt, heute.

 

Da wird ganz Neues möglich, auch „den Himmel anzuzetteln“, wie Kurt Marti es in seinem „Unser Vater“ formuliert. Da zeigt sich – nicht nur christlich gesprochen – eine Aufgewecktheit für „ganz oben“, ja, für den Himmel, der auf die Erde kommt, der auf der Erde zuhause sein will.

 

Da entwickelt sich Kraft, entwickeln sich Kräfte zum Leben gegen alle Resignation, da liegt – Gott sei Dank! – Leben vor dem Tod in unserer Hand, ist uns anvertraut und zugemutet, da weitet und vertieft sich der Horizont von Ostern.

 

„Der Aufstand gegen die, die mit dem Tod uns regieren“, dieses Grundmotiv ist mir vor Kurzem noch einmal ganz neu bewusst geworden, buchstäblich vor Augen geführt in dem Kurzfilm „Watu wote – All of us“ (9), das heißt in Suaheli, einer Sprache Ostafrikas, so viel wie „Wir alle“.

 

Dieser Film hat 2017 den Studenten-Oscar gewonnen und wurde als „bester Kurzfilm“ für den Oscar 2018 nominiert. Darin erzählt die Hamburger Filmemacherin Katja Benrath eine wahre Geschichte, die von einem Anschlag auf einen Reisebus in Kenia:

 

Am 21. Dezember 2015 tuckert ein voll besetzter Reisebus durch den Norden Kenias. Es ist ein unsicheres Gebiet an der Grenze zu Somalia. Islamistische Terroristen finden dort Unterschlupf und machen mit Terroranschlägen auf sich aufmerksam. So auch an jenem Tag kurz vor Weihnachten.

Eine junge Christin ist allein auf dem Weg in ihr Heimatdorf im Norden Kenias. Sie fühlt sich als eine der wenigen Christen im Bus zuerst fremd unter den vielen Muslimen. Eine tief verschleierte Frau sitzt neben ihr. Auch andere Muslime und Christen sitzen friedlich nebeneinander, Männer wie Frauen, manche mit Kopftuch, andere ohne. Sie lassen sich in die verblichenen Sitzpolster sinken, beäugen sich kritisch oder schauen aus dem Fenster und lassen die trostlose Wüstenlandschaft vorüberziehen.

Plötzlich, wie aus dem Nichts, fallen Schüsse. Während der Bus bei diesen ersten Schüssen noch ein Stück weiter fährt, verkleiden die muslimischen Frauen die christlichen Frauen mit Kopftüchern. Auch die junge Christin bekommt ein Kopftuch von ihrer Nachbarin.

Mit Sturmgewehren greifen islamistische Al-Shabaab-Kämpfer jetzt den Bus an. Bereit zu töten, wollen die Terroristen die Reisenden zwingen, sich in Gruppen aufzuteilen. „Raus aus dem Bus! Muslime und Christen getrennt“, schreit der Anführer. Die Menschen treten aus dem Bus, aber sie weigern sich, Gruppen zu bilden.

Und auch als sie draußen vor dem Bus sich in den Sand knien müssen, verraten die 50 Menschen, ohne sich abzusprechen, nicht, wer Christ ist. Sie stellen sich – sozusagen – vor die Christenmenschen in ihrer Mitte. Ein Lehrer, selbst ein Muslim, der sich den Angreifern entgegenstellt, wird angeschossen und stirbt später an seinen Verletzungen. Auch nachdem einige weitere Insassen erschossen werden, hält die Schicksalsgemeinschaft zusammen und gibt den Terroristen nicht das, was sie wollen.

 

Dieses außergewöhnliche Zeugnis von Menschlichkeit, von Widerstand „gegen die Leute, die mit dem Tod uns regieren“, erzählt beeindruckend von Todesangst und Zusammenhalt, von Bedrohung und dem ganz persönlichen, lebensgefährlichen Kampf dagegen.

 

Das ist für mich eine wahre, wahrhaftige Ostergeschichte. Sie berichtet von Auferstehung heute und jetzt, von einem neuen Leben mitten im alten. Ich habe sie in dieser Osternacht den Menschen in meiner Gemeinde erzählt. Muslimische Flüchtlinge, die wir in unserem Netzwerk begleiten, sind auch dabei gewesen. Und ich werde diese Geschichte heute meinen Kindern und Enkelkindern erzählen – und mit ihnen Osterlieder singen.

 

„Er ist erstanden, hat uns befreit; dafür sei Dank und Lob allezeit.“ (EG 116,5)

So sagt und singt es ein Osterlied aus Ostafrika, aus Tansania, geschrieben in Suaheli. Es ist wie das „andere Osterlied“ von Kurt Marti und Peter Janssens Ende der 1960er Jahre entstanden.

 

Seine Melodie begleitet uns jetzt in diesen Ostermorgen und in die Osterzeit, erinnert uns an Versöhnung über alle Grenzen und Religionen hinweg, macht uns Mut, aufzustehen gegen den Tod im Leben. Da wird es Ostern.

 

 

 

 

 

Literaturangaben:

 

(1) Anderes Osterlied: Das könnte den Herren der Welt ja so passen

Text: Kurt Marti 1970 / Melodie: Peter Janssens 1970

Zuerst in: Wir können nicht schweigen 1970, 5. Aufl. Telgte 1980, S. 14; Peter Janssens, Meine Lieder, Augsburg 1992, S. 206; abgedruckt etwa in: EG HN 550

 

(2) Die von Kurt Marti autorisierte englische Fassung des Liedes „Das könnte den Herren der Welt ja so passen“, übersetzt von Angelika Schneider aus dem Philippinen-Forum (Dt. Ev. Kirchentag, Frankfurt/M. 1987):

1. There is nothing the lords of this world would like better than that there be justice but in the hereafter; only there the lords in their lordship, only there the bondage of bondsmen may be forgotten for ever, may be forgotten for ever.

2. There is nothing the lords of this world would like better than that here on earth should never be changed that here the lords in their lordship, that here the bondage of bondsmen should go on changeless forever, should go on changeless forever.

3. But he who has freed us from death has ascended, has already risen and calls to his people to rise up now as the living, to rise up against all the lordships who with death have held us in bondage, who with death have held us in bondage.

 

(3) Kurt Marti, Das könnte manchen Herren so passen,

in: Kurt Marti, Leichenreden, Luchterhand, Neuwied/ Berlin 1969 S. 63

 

(4) Peter Bichsel, Vorwort,

in: Kurt Marti, Leichenreden, Neuausgabe 1996, S. 6.

 

(5) Kurt Marti, dem herrn unserem gott hat es ganz und gar nicht gefallen.

in: Kurt Marti, Leichenreden, Luchterhand, Neuwied/ Berlin 1969 S. 22-23

 

(6) Kurt Marti, Machtverhältnis

In: Kurt Marti, republikanische Gedichte, St. Gallen 1959, veränderte u. erweiterte Neuausgabe, Neuwied/ Berlin 1971;

wieder abgedruckt in: Kurt Marti, Die Liebe geht zu Fuß, Zürich 2018, S. 11

 

(7) Kurt Marti, Machtverhältnis – Variation

In: Kurt Marti, Schon wieder heute, Ausgewählte Gedichte 1959-1980, Sammlung Luchterhand 1982; HEIL VETIA, Poetischer Diskurs, Lenos 1981

 

(8) Kurt Marti, Ihr fragt nach der Auferstehung der Toten,

in: Kurt Marti, Leichenreden, 1969, S. 25

 

(9) Watu wote – Kurzfilm, Deutschland/ Südafrika 2016, 23 min.

Vgl. u.a. https://www.ndr.de/kultur/film/Studenten-Oscar-fuer-Hamburger-Regisseurin,studentenoscar130.html (Interview)

 

Musik dieser Sendung:

  1. Das könnte den Herren der Welt ja so passen, Inge Brandenburg/ Peter Janssens Band, Der Himmel geht über allen auf, Text: Kurt Marti 1970 / Melodie: Peter Janssens 1970
  2. Christ ist erstanden (EG 99), Reiner Regel & Jan Keßler, Sacre Fleur vert
  3. Holz auf Jesus Schulter, Reiner Regel & Jan Keßler, Sacre Fleur vert
  4. Er ist erstanden, Halleluja, Andreas Gundlach, Predigt ohne Worte
  5. Er ist erstanden, Reiner Regel & Jan Keßler, Sacre Fleur vert